Beispiel: Warum 160 Stunden im Monat oft die falsche Grundlage sind
24.000 Euro betriebliche Kosten, 48.000 Euro Unternehmerbedarf und 6.000 Euro zusätzliches Ziel ergeben 78.000 Euro Jahresbedarf. 46 Wochen mit je fünf Tagen und acht Stunden sind 1.840 Arbeitsstunden. Sind davon 60 Prozent abrechenbar, bleiben 1.104 Stunden. Das Rechenziel beträgt aufgerundet 70,66 Euro je abrechenbarer Stunde ohne zusätzlich abzuführende Umsatzsteuer.
Formel für deinen Stundensatz
Stundensatz = jährlicher Umsatzbedarf ÷ jährlich abrechenbare Stunden. Abrechenbare Stunden ergeben sich aus Wochen × Tagen × Stunden × abrechenbarem Anteil. Der Rechner rundet den benötigten Satz auf den nächsten Cent auf.
Was gehört in den Unternehmerbedarf?
Für diese Planung trägst du selbst ein, welcher jährliche Betrag für deinen Lebensunterhalt, persönliche Steuern und Vorsorge zur Verfügung stehen soll. Das ist keine Berechnung deines Nettogehalts. Bei einer Gesellschaft müssen Vergütung, Unternehmensgewinn und bereits in den Betriebskosten enthaltene Zahlungen sauber getrennt werden.
Wie schätze ich die abrechenbare Zeit?
Erfasse einige Wochen lang Kundenarbeit, Akquise, Verwaltung und Fortbildung getrennt. Ziehe geplante Abwesenheiten bei den Arbeitswochen ab und berücksichtige unberechenbare Aufgaben beim abrechenbaren Anteil. Ziehe denselben Zeitverlust nicht an beiden Stellen ab.
Kann ich diesen Preis einfach verlangen?
Die Rechnung zeigt, welcher Erlös pro abrechenbarer Stunde deinen eingegebenen Bedarf decken würde. Sie belegt nicht, dass Kunden diesen Preis akzeptieren. Liegt dein durchsetzbarer Preis darunter, prüfe Kosten, Leistungsumfang und Auslastung. Zusätzliche Umsatzsteuer, soweit geschuldet, ist kein zusätzlicher Verdienst.
Passende Folgen und nächste Schritte
- Gewinnschwelle für Produkte berechnen
- Warum ein einziger Kunde zum Risiko werden kann
- Zahlungseingänge und Ausgaben planen
Quellen und Rechenmodell
Die Formeln und Beispiele sind auf dieser Seite offengelegt. Die fachlichen Grundlagen kannst du hier nachlesen: IHK Darmstadt: Kalkulation und Kennzahlen. So arbeitet unsere Redaktion.
