Folge 11 / Deine Rechte
Arbeitskleidung waschen: Muss dein Arbeitgeber die Reinigung zahlen?
Bei notwendiger Schutzkleidung trägt der Arbeitgeber die Reinigungskosten; auch vorgeschriebene Hygienekleidung darf nach dem einschlägigen BAG Urteil nicht zulasten der Beschäftigten gereinigt werden. Beim normalen Logohemd hängen mögliche Erstattungsansprüche vom Zweck der Kleidung und den vertraglichen Regelungen ab.
Redaktion: Mr. Dachs · Inhaltlich erweitert am
Die Folge weitergedacht
Welche Kleidung liegt vor?
Beginne mit dem Zweck: Schützt die Kleidung vor einer Gefahr, erfüllt sie eine Hygienevorgabe oder soll sie vor allem einheitlich aussehen? Diese Unterscheidung entscheidet darüber, welche Grundlage für die Kostenübernahme relevant ist. Ein Firmenlogo allein beantwortet die Frage nicht.
So sammelst du die richtigen Angaben
Notiere, welche Kleidung der Arbeitgeber verlangt, wofür du sie tragen musst und wie sie gereinigt werden soll. Bewahre die schriftliche Anweisung, die Pflegehinweise und vorhandene Reinigungsbelege auf. Frage nach dem vorgesehenen Reinigungsverfahren, bevor du selbst eine kostenpflichtige Reinigung beauftragst.
Was die Geschichte zeigt
Die Folge macht eine wiederkehrende Ausgabe sichtbar. Für ein Gespräch über die Erstattung braucht es zusätzlich die konkrete Tätigkeit und die Regelung im Betrieb. Die Quellen unten behandeln Arbeitsschutz, Aufwendungsersatz und den gerichtlich entschiedenen Fall vorgeschriebener Hygienekleidung.
Dein nächster Schritt
- Zweck und betriebliche Vorgabe zur Kleidung festhalten
- Anweisung zur Reinigung und vorhandene Belege sammeln
- Mit Arbeitgeber oder Betriebsrat das vorgesehene Verfahren klären
Fragen zur Folge
Gilt das Urteil für jedes Firmenhemd?
Das BAG Verfahren 9 AZR 181/15 betraf vorgeschriebene Hygienekleidung in einem Schlachthof. Ein Logohemd ist nicht automatisch Schutz oder Hygienekleidung; hier sind Arbeitsvertrag und die Voraussetzungen des Aufwendungsersatzes zu prüfen.
Wie fragt Ben nach seinen Waschkosten?
Ben schreibt der Personalabteilung, dass er die vorgeschriebene Firmenkleidung auf eigene Kosten wäscht, und fragt nach der künftigen Kostenübernahme. Seine Beträge von 120 Euro im Jahr und 360 Euro für drei Jahre sind Rechenbeispiele aus der Geschichte.
Können ältere Ansprüche verfallen?
Eine wirksame Ausschlussfrist kann ältere Forderungen erfassen. Entscheidend sind Wortlaut und Wirksamkeit der konkreten Klausel; deshalb gehört der Blick in den Vertrag zu Bens nächstem Schritt.
Praktische Helfer
Werkzeug aus der Folge
Hier werden künftig ausgewählte Angebote zu den Folgen stehen. Noch gibt es keine Partnerempfehlungen.
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In VorbereitungQuellen & Grundlagen
- Arbeitsschutzgesetz · § 3 Absatz 3
- BGB · § 670: Aufwendungsersatz
- Bundesarbeitsgericht · 9 AZR 181/15 (PDF)
- PSA Benutzungsverordnung · § 2
Gesprochenen Text nachlesen
Dein Chef zwingt dich in ein Hemd mit seinem Logo Und waschen sollst du es auch noch selbst Jeden Sonntag wäscht Ben sein Firmenhemd mit eigenem Waschmittel und eigenem Strom Das kostet ihn rund 120 € im Jahr Am Montag läuft er damit als Gratiswerbung für den Chef herum Im Netz heißt es 3 Jahre rückwirkend zahlt der Chef alles Ben rechnet schon mit 360 € Mr Dachs stoppt die Waschmaschine Schutzkleidung zahlt der Chef das steht im Arbeitsschutzgesetz Ein Schlachthof zog einem Arbeiter sogar Waschgeld für seine Hygienekleidung vom Lohn ab Urteil vom Bundesarbeitsgericht Das Geld muss zurück Für Bens Logohemd gibt es § 670 BGB Wer für seinen Chef Geld auslegt kann es zurückverlangen Ob die Wäsche dazugehört hängt oft am Arbeitsvertrag Ben schreibt der Personalabteilung 2 Sätze Ich wasche die vorgeschriebene Firmenkleidung auf eigene Kosten Wie übernehmen Sie diese Kosten künftig? Und dann der Haken Viele Arbeitsverträge haben eine Ausschlussfrist von 3 Monaten Ist sie gültig können ältere Ansprüche verfallen Von den erhofften 360 € bleiben dann womöglich nur Seit 3 Jahren wäscht Ben die Werbung seines Chefs Ab heute weiß der Chef wer sie bezahlt Für mehr Tipps Folge Mr Dachs

